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Martine Heuser's artistic practice develops from the imagination and the fictional, as well as the fascination for terminologies. Her anti-heroic engagement with places and absence manifests itself in a process-oriented »Körper-Schreiben« (body-writing), which leads to sculptural actions, actions of speech and to Audio-Monuments.

Martine Heusers künstlerische Praxis entwickelt sich aus der Imagination und dem Fiktionalen sowie der Faszination für einen Begriff. Ihre anti-heroische Auseinandersetzung mit Orten und Abwesenheit ist ein prozessorientiertes »Körper-Schreiben« und führt zu Skulptur-Handlungen, Sprech-Handlungen und Audio-Monumenten.

 

An anti-heroic approach to Sculpture, 2021

Martine Heuser evocates concepts like Der Tod der Skulptur or Nekropolis with a sculptural, performative and acoustic approach. One of her aims is to experience Sculpture by fictionally excavating her latent potentials from the eroded realms of the (Western-) history of art and to bring Sculpture into a place of vulnerability, in order to overcome her aesthetic-political body. She currently works on An anti-heroic approach to Sculpture, based on notions of the hero by Simone Weil - the hero being not merely strong, but also vulnerable. Weil experienced that force corrupts those who use it and those who suffer from it. Furthermore she believes that there is something sacred in every human being; this is impersonal and entails the good. The sacred is what may hold a person away from a personal desire for power and sovereignity, which has caused war, imperialism and injustice - and thus, the sculptural glorification and heroizing of these deeds. Sculpture must acknowledge her fundamental mortality and step into the void of the impersonal and the inhuman - where her vulnerability becomes her strength.

Ein anti-heroischer Ansatz zur Skulptur, 2021

Martine Heuser evoziert imaginäre Konzepte wie Der Tod der Skulptur oder Nekropolis mit einem skulpturalen, performativen und akustischen Ansatz. Eines ihrer Ziele ist es, Skulptur zu erfahren, indem sie ihre latenten Potenzial aus den erodierten Gefilden der (westlichen) Kunstgeschichte fiktional ausgräbt und die Skulptur an einen Ort der Verletzlichkeit bringt, um ihren ästhetisch-politischen Körper zu überwinden. Sie arbeitet derzeit an Ein anti-heroischer Ansatz zur Skulptur, basierend auf den Vorstellungen vom Helden von Simone Weil – der Held ist nicht nur stark, sondern auch verletzlich. Weil erlebte, dass Gewalt diejenigen korrumpieren, die sie anwenden und diejenigen, die darunter leiden. Sie glaubt, dass in jedem Menschen etwas Heiliges ist; das ist unpersönlich und trägt das Gute in sich. Das Heilige ist das, was einen Menschen von einem persönlichen Verlangen nach Macht und Souveränität abhalten kann; das, was Krieg, Imperialismus und Ungerechtigkeit verursacht hat - und damit die skulpturale Heroisierung dieser Taten. Die Skulptur muss ihre grundsätzliche Sterblichkeit anerkennen und in die Sphäre des Unpersönlichen und Unmenschlichen treten – wo ihre Verletzlichkeit zu ihrer Stärke wird.