Die Skulptur als Zeitgenossin

Die Skulptur als Zeitgenossin

Als Bildhauerin erzähle ich, nachdem der Tod der Skulptur anerkannt wurde, ihre fortlaufende Anti-Geschichte. Es geht mir darum, die Skulptur zu erfahren und dem scheinbar Unbegreiflichen - so dies als ein Gefühl vermittelt werden kann - eine Stimme zu leihen.
Auf das imaginäre Feld die ich bereits seit langen Ausgrabe, pflücke ich meine Baustoffe. Diese dienen als Konkrete- oder Sinnesorgane, welche das weitere Körper-Schreiben einem stofflichen Substanz bereitet. Die körperliche Umschreibung geschieht mit einer nah zu rituellen Vorgehensweise.

Das bildhauerische Erzählen nimmt nun, durch einen Ab- und Umbau von archetypischen Figuren, eine reduzierte Form an. Ob in Erscheinung als Grundform(-en) der Geometrie oder als eine Begriff zur Repräsentation der menschlichen Zivilisation. Die sich hier entfaltende konkrete Figuren, Orte oder Audio-Monumente, ordne ich einen poetischen Leitfaden unter, das Pathos in der Erzählung.
Im immanenten Tod der Skulptur, ruht eine Sehnsucht danach, diejenige Skulptur zu sein, die sie immer schon gewesen ist und niemals sein können wirst.

Nekropolis ist ein Aufruf an die Skulptur, immer wieder zu verwesen um weiterhin Zeitgenossin zu werden.

Martine Heuser, April 2020